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28. Januar 2018

Graspapier - die neue Produktfamilie

Bambuspapier, Blumenpapier, Steinpapier, Cottonpapier: Die Papierindustrie geht neue Wege und entwickelt kreative Alternativen zum herkömmlichen Holzpapier. Die renommierte Papierfabrik Scheufelen produziert seit kurzem mehrere Sorten von Graspapier. Was sollen wir uns darunter vorstellen?

Stefan Radlmayr, gesch.ftsführender Gesellschafter bei Scheufelen, ist stolz auf seine neuen Produkte: „Graspapier verstehen wir als unseren

Beitrag zur UN-Agenda 2030, denn damit bringen wir einen besonders kostengünstigen Frischfaserzellstoff bei geringster Umweltbelastung auf den

Markt.“ Ein paar Zahlen gefällig? Für die Herstellung wird nur eine verschwindend geringe Wassermenge benötigt – weniger als 1 l pro Tonne Graszellstoff, verglichen mit mehreren 1.000 l Wasser pro Tonne Holzzellstoff. Dazu kommt eine massive Energieersparnis von bis zu 80 % – für eine Tonne Grasfaserstoff braucht es nur 150 kW/h statt etwa 6.000 kW/h pro Tonne Holzzellstoff; daraus folgt eine CO2-Reduktion von ca. 4,8 Tonnen. Außerdem kann vollständig auf die sonst eingesetzten Prozess-Chemikalien verzichtet werden. Mit den neuen Graspapier-Produkten unterstützt Scheufelen zusätzlich die Region: Das sonnengetrocknete Gras stammt aus Ausgleichsflächen in unmittelbarer Nachbarschaft der Biosphärenregion Schwäbische Alb. Mit dem regionalen Bezugskonzept unterstützt Scheufelen damit nicht nur die heimische Landwirtschaft, sondern reduziert auch die Transportkilometer für Lieferungen von Rohmaterial: Das Material wird direkt in der Papierfabrik in Lenningen verarbeitet. Das ungewöhnliche Material ist zudem zukunftssicher: Frischfaserverpackungen auf Graspapierbasis erfüllen bereits heute alle Anforderungen, die sich aus der künftigen

Mineralölverordnung für Verpackungsmaterialien ergeben werden. Die Lebensmittelunbedenklichkeit wird durch ein entsprechendes ISEGA-Zertifikat bestätigt; darüber hinaus ist das Material recyclingfähig, kompostierbar und FSC-Mix-zertifiziert. Graspapier wird mit unterschiedlichen Eigenschaften unter den Marken greenliner als Wellpappenrohpapier bzw. Liner, als graspapier für grafische Anwendungen sowie phoenogras – eine Kombination von Graspapier mit dem hochweißen Zellstoffkarton phoenolux für einzigartige Verpackungslösungen – geliefert. Und noch ein Highlight on top: Die Graspapiere duften sogar zart nach Heu. Aber hier bittet Radlmayr seine Kunden um Verständnis: „Bei den vielfältigen Anwendungsarten der Papiere können wir unseren Kunden die langfristige Konservierung des Heuaromas leider nicht garantieren.“

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